i4 Bürogebäude im Werksviertel
Projekt:
i4 Bürogebäude im Werksviertel
München
Architekt:
LRO Architekten Stuttgart
Fotograf:
Yohan Zerdoun, Freiburg
Ziegel:
Nr. 260
DF 240 x 115 x 52 mm
Sonderrolle in Backstein
Am „iCampus im Werksviertel“, einem bedeutenden Stadtentwicklungsprojekt am Münchener Ostbahnhof, nimmt das Bürogebäude i4 eine besondere Rolle ein. Der von LRO geplante Neubau ist Teil eines Ensembles aus neun Gebäuden, die unter Beteiligung international renommierter Architekturbüros entstehen. Ihre Formensprache erinnert an die industrielle Vergangenheit des Areals.
Mehr lesen....Trotz seiner kompakten Größe wirkt das i4 auf einem städtebaulichen „Filetgrundstück“ souverän als markanter Auftakt oder Abschluss des Quartiers. Der Entwurf überzeugte durch die Präsenz und Andersartigkeit des i4, das sich hinsichtlich Fassadengliederung und Materialwahl deutlich von den umliegenden Gebäuden abhebt.
Inspiriert ist dieser differenzierende Ansatz vom Typus des klassischen Kesselhauses in einem Fabrikareal. Seine Andersartigkeit ergibt sich aus seiner Funktion, es ist aber immer selbstverständlicher Teil des Ganzen.
Die eleganten i4-Fassaden sind eine Kombination aus der Lochfassade der benachbarten historischen Rhenania-Villa und einer feingliedrigen Version ihrer Loft-Nachbarn. Für die plastische Ausformung der Fassade nutzte LRO die Möglichkeiten des Ziegels, mit dem sich Vor- und Rücksprünge im Wandaufbau herstellen ließen. Der helle Klinker stellt einen farblichen Bezug zur Rhenania-Villa her.
Sein flaches Format staucht das Gebäude optisch und lässt es weniger massiv wirken. Der Backstein ist klassisch als Läuferverband und bei den Stützen als Grenadierschicht manuell vermauert. Bei der Fassadengestaltung orientierte sich LRO an dem wunderbaren Credo: „Dekor ist kein Verbrechen, Fassaden und Details dürfen auch schön sein.“
In diesem Sinne ist auch der Eingangs-bereich ausdrucksstark durch eine Rückstaffelung der Wandflächen inszeniert. So gewinnt das „kleine“ Gebäude nicht zuletzt durch die konsequente Nutzung der gestalterischen Möglichkeiten des Backsteins eine große Präsenz und behauptet sich selbstbewusst in seinem Umfeld.






