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01.06.2018 | Wienerberger Brick Award 2018 für das Kunstmuseum Basel

Gewinner des Wienerberger Brick Awards 2018

Aus über 600 eingereichten Projekten wählte eine hochkarätig besetzte internationale Jury kürzlich die Gewinner des Wienerberger Brick Awards 2018. Der Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel – ein Projekt des Baseler Architekturbüros Christ & Gantenbein – wurde mit einem Grand Prize und als Sieger in der Kategorie „Sharing public places" ausgezeichnet.

Das Backstein-Kontor war intensiv in den komplexen Entwicklungsprozess der Fassade eingebunden, der über vier Jahre dauerte. In diesem Kontext haben wir auch an der Entstehung neuer, spezieller Petersen-Ziegel mitgewirkt, die eigens für die besonderen Anforderungen der Fassadengestaltung entwickelt wurden.

 

Minimalistisches Statement: Kunstmuseum Basel

Der 2009 beschlossene Erweiterungsbau des Kunstmuseums Basel öffnete im Frühjahr 2016 zusammen mit dem sanierten Hauptgebäude im April seine Pforten für die Besucher. Mit der Wiedereröffnung des Kunstmuseums Basel kehrt nicht nur eine führende Kunstsammlung zurück. Auch das neue Museumsgebäude an sich ist ein sehenswertes Statement.

Trotz markanter eigener Formensprache konkurriert es weder mit seiner Umgebung noch mit der Kunst, sondern unterstützt beides in seiner Wirkung. Der Neubau bietet 20 Räume für Kunst, die für Sonderausstellungen genutzt werden. Er ist ein reines Ausstellungsgebäude ohne Café, Shop oder Garderobe. Diese Funktionen befinden sich im alten Hauptbau, der über einen großzügigen Gang mit dem Neubau verbunden ist.

Zwei Aspekte hatten entscheidenden Einfluss auf den Entwurf: das kompliziert geschnittene Grundstück und der Bezug zum gegenüberliegenden palazzoähnlichen Hauptbau aus dem Jahre 1936. Im Ergebnis entstand ein Gebäude, das einen eigenen Charakter zeigt, ohne dabei den Bestand in den Schatten zu stellen.

Der introvertierte Monolith mit nur wenigen Fenstern konzentriert sich ganz auf seine Hauptaufgabe: der Kunst im Inneren einen sicheren Raum zu bieten. Dass er dennoch nicht abweisend wirkt, liegt an den konkaven Knicken der Fassaden und am handgefertigten dänischen Backstein, der den Baukörper in feine Linien gliedert und eine sorgfältig strukturierte Oberfläche erzeugt.

Das Mauerwerk ist bewusst als Verblendung vor die Fassade des Betonbaus gesetzt. Die Baseler Architekten Emanuel Christ und Christoph Gantenbein interpretieren den Backstein als eine Verkleidung der Oberflächen – so wie auch im Gebäude bis auf die Decken alle Flächen mit unterschiedlichen Materialien verkleidet sind. Eine Ausführung in Sichtbeton stand nie zur Debatte. Gerade bei der Außenhaut erweist sich das als eine gute Entscheidung. Der Backstein macht den monolithischen Bau nicht nur zugänglicher und lebendiger. Er sorgt auch für Langlebigkeit und gutes Altern der Fassade – ein großer Vorteil bei dem innerstädtischen Standort an einer stark frequentierten Kreuzung.

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