20.04.2021| Neues Wohnen in der alten Remise: Haus F in Bonn

Das mitten in der Bonner Altstadt gelegene Gebäude könnte sicher so einige Geschichten erzählen: Zunächst als Remise erbaut, beherbergte es später eine Tanzschule und dann einen Boxclub.

Nun hat sich der Backsteinbau nach einer kompletten Umgestaltung in ein komfortables Heim für zwei Generationen verwandelt. Der Umbau brachte jedoch einige Herausforderungen mit sich, denn die 1930 an ein Gründerzeithaus angebaute Remise wurde als erhaltenswerte Bausubstanz eingestuft und musste in ihrer Kubatur erhalten bleiben.

Um den Raum unter dem Dach als Wohnraum nutzbar zu machen, wurden 50 cm mehr Raumhöhe gebraucht. Die Architekten lösten das Problem mit einem Kniff, indem sie die Decken von Unter- und Erdgeschoss um einen halben Meter nach unten verlegten.

Für eine Dämmung der ursprünglichen alten Putzfassade waren 25 cm erlaubt. Die isolierende Schicht aus Mineralwolle liegt hinter neu gesetzten belgischen Abbruchziegeln verborgen, die dem Haus einen besonderen Charme verleihen. Nur an einer Wand, die direkt auf der Grundstücksgrenze steht, wurde eine Innendämmung angebracht, um die originale Backsteinwand zu erhalten.

Die Architekten legten großen Wert auf ein harmonisches Gesamtbild im Ensemble mit dem Vorderhaus. Daher orientiert sich die neue Fassade trotz größerer Fensteröffnungen an den Proportionen des Gründerzeitbaus. Die Fassade aus Recyclingziegeln unterstreicht die gleichzeitig geschichtsbewusste wie zeitlose Aura der als Wohnhaus „wiedergeborenen“ Remise.

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